Ein Link ist im Web nicht nur ein Klickpfad, sondern auch ein Signal: Er hilft Suchmaschinen dabei zu verstehen, welche Seiten zusammengehören und welche Inhalte als empfehlenswert gelten. Genau deshalb sorgt das Thema Nofollow immer wieder für Unsicherheit. Sind solche Links nutzlos? Können sie schaden? Und wann sollte ein Link lieber „nofollow“ statt „dofollow“ sein?
Der Kern: Nofollow ist kein „Link-Verbot“, sondern ein Hinweis an Suchmaschinen. Richtig eingesetzt schützt es vor vermeidbaren Risiken (zum Beispiel bei Werbung oder unkontrollierbaren Nutzerlinks) – und trotzdem können solche Links echten Nutzen bringen: für Nutzer, Marke und oft auch indirekt für SEO.
Nofollow, Sponsored, UGC: Was die Attribute wirklich bedeuten
Links können im HTML mit Attributen ergänzt werden. Das bekannteste ist rel=“nofollow“. Es signalisiert: Dieser Link ist keine klassische Empfehlung, und Suchmaschinen sollen ihn bei der Bewertung nicht wie einen redaktionellen Verweis behandeln.
Daneben gibt es zwei weitere, häufig sinnvolle Varianten:
- rel=“sponsored“ für bezahlte Links (Werbung, Affiliate, gesponserte Kooperationen).
- rel=“ugc“ für User Generated Content (nutzergenerierte Inhalte), zum Beispiel Kommentare oder Forenbeiträge.
Wichtig: Diese Attribute sind Hinweise. Suchmaschinen können sie interpretieren, müssen aber nicht jeden Link strikt ignorieren. Für die Praxis heißt das: sauber kennzeichnen, statt zu hoffen, dass „schon nichts passiert“.
Was ist dann „Dofollow“?
„Dofollow“ ist kein offizielles Attribut, sondern ein umgangssprachlicher Begriff. Gemeint ist ein ganz normaler Link ohne besondere rel-Kennzeichnung (oder ohne nofollow/sponsored/ugc). Solche Links gelten typischerweise als redaktionelle Empfehlung und können Linksignale weitergeben.
Warum es Nofollow überhaupt gibt
Nofollow wurde eingeführt, um Missbrauch einzudämmen – besonders Spam in Kommentaren und gekaufte Links. Wer Links setzt, die nicht als echte Empfehlung gedacht sind, kann das mit Nofollow/Sponsored/UGC eindeutig markieren. Das ist nicht nur „brav“, sondern reduziert das Risiko, dass eine Website in ein ungesundes Linkumfeld rutscht.
Welche SEO-Wirkung Nofollow-Links trotzdem haben können
Auch wenn Nofollow nicht als klassisches Empfehlungssignal gedacht ist, sind solche Links nicht automatisch wertlos. In der Praxis entstehen mehrere Effekte:
- Traffic: Ein Nofollow-Link kann Besucher bringen – und damit Leads, Verkäufe, Newsletter-Anmeldungen oder Anfragen.
- Markensignale: Sichtbarkeit auf starken Plattformen stärkt Bekanntheit und kann zu späteren echten Empfehlungen führen.
- Natürlicher Linkmix: Ein Profil aus ausschließlich „perfekten“ Follow-Links wirkt oft unnatürlich. Nofollow-Links gehören im Weballtag dazu.
- Indirekte Effekte: Gute Inhalte werden entdeckt, geteilt und später von anderen Seiten redaktionell verlinkt (dann oft ohne Nofollow).
Der wichtigste Perspektivwechsel: Linkaufbau ist nicht nur „Ranking-Saft“. Links sind auch Distribution. Wer das ernst nimmt, bewertet Nofollow-Links deutlich realistischer.
Indexierung: Kann Google Seiten über Nofollow finden?
Ein Nofollow-Link ist kein zuverlässiger Weg, eine Seite indexieren zu lassen. Suchmaschinen finden URLs zwar auf vielen Wegen (Sitemaps, interne Links, andere Quellen). Aber als Plan ist „Nofollow-Links streuen, damit Google crawlt“ unzuverlässig.
Wenn Inhalte schneller sichtbar werden sollen, sind interne Verlinkung und Indexierungssteuerung meist die saubereren Hebel. Passend dazu: Indexierung gezielt steuern.
Wann Nofollow (oder Sponsored/UGC) gesetzt werden sollte
Die Grundregel ist simpel: Immer dann, wenn ein Link nicht als echte redaktionelle Empfehlung gedacht ist oder nicht ausreichend kontrolliert werden kann, ist eine Kennzeichnung sinnvoll.
Bezahlte Kooperationen und Affiliate-Links
Wer Geld, Produkte oder andere Vorteile für eine Verlinkung erhält, sollte den Link als sponsored kennzeichnen (oder mindestens nofollow). Das gilt auch für Affiliate-Links. Damit wird klar: Hier steht nicht die redaktionelle Empfehlung im Vordergrund, sondern eine kommerzielle Beziehung.
Kommentare, Foren, Gastbeiträge mit offenen Profilen
Bei nutzergenerierten Links ist UGC ideal. Wenn das CMS nur Nofollow kann, ist das als Basisschutz ebenfalls okay. Ziel ist nicht, Nutzer „abzuwerten“, sondern die eigene Seite vor Linkspam zu schützen.
Mehr Kontext zu Nutzerinhalten: UGC sinnvoll moderieren und nutzen.
Unklare Quellen oder Links, die man nicht aktiv empfiehlt
Manchmal wird auf Beispiele verlinkt, die nur zur Einordnung dienen – etwa als Negativbeispiel oder als Quelle, der man nicht vollständig vertraut. Auch hier kann Nofollow sinnvoll sein, um keine Empfehlung zu signalisieren.
Entscheidungshilfe: Welches Link-Attribut passt?
Die Auswahl muss nicht kompliziert sein. Die folgende Logik hilft in der Praxis (als Entscheidungsbaum):
- Ist der Link bezahlt, gesponsert oder Teil eines Deals?
- Ja → rel=“sponsored“ (oder nofollow, wenn sponsored nicht möglich ist)
- Nein → weiter
- Kann jeder Nutzer den Link setzen (Kommentar, Forum, Profil)?
- Ja → rel=“ugc“ (oder nofollow)
- Nein → weiter
- Ist es eine echte redaktionelle Empfehlung, hinter der die Website steht?
- Ja → normaler Link (ohne nofollow)
- Nein/Unsicher → nofollow als vorsichtige Kennzeichnung
Typische Fehler mit Nofollow – und wie sie sich vermeiden lassen
Viele Probleme entstehen nicht durch Nofollow selbst, sondern durch falsche Routinen.
Nofollow pauschal überall setzen
Manche Websites setzen alle externen Links grundsätzlich auf Nofollow. Das wirkt „sicher“, kann aber unnatürlich sein und die redaktionelle Aussage verwässern. Wer seriöse Quellen oder Partner nennt, darf das auch als echte Empfehlung verlinken.
Interne Links auf Nofollow stellen
Interne Nofollow-Links sind in den meisten Fällen ein schlechter Tausch: Sie lösen selten ein echtes Problem, können aber die interne Orientierung für Suchmaschinen verschlechtern. Wenn bestimmte Seiten nicht in den Index sollen, sind meist andere Mittel besser geeignet (zum Beispiel Meta-Robots). Mehr dazu: Robots Meta Tag gezielt nutzen.
Sponsored/UGC vergessen oder falsch einsetzen
Bei Werbung „nur“ Nofollow zu setzen, ist besser als gar nichts – aber sponsored ist die klarere Kennzeichnung. Umgekehrt ist „sponsored“ bei echten redaktionellen Links nicht passend. Die Attribute sollten die Realität abbilden, nicht eine Wunschvorstellung.
Linkprofil nur nach Follow/Nofollow bewerten
Ein Link ist mehr als ein Attribut. Relevanz, Kontext, Sichtbarkeit der Seite, Platzierung im Text und das Umfeld zählen für die Praxis stärker als das reine Follow-Label. Ein Nofollow-Link auf einer thematisch passenden, stark frequentierten Seite kann wertvoller sein als ein Follow-Link im Footer einer irrelevanten Domain.
Praktische Schritte für die Umsetzung im Alltag
Gerade in WordPress oder Shop-Systemen lohnt sich eine kleine Routine, damit Nofollow nicht zur Dauerbaustelle wird.
- Bezahlte Links (inkl. Affiliate) klar markieren: rel=“sponsored“ (und bei Bedarf zusätzlich nofollow).
- Kommentare und Foren standardmäßig mit rel=“ugc“ ausgeben lassen; Spam zusätzlich moderieren.
- Bei Gastbeiträgen Regeln festlegen: Welche Links sind erlaubt, welche müssen gekennzeichnet werden?
- Stichproben machen: Sind Werbelinks wirklich korrekt markiert? Sind aus alten Beiträgen neue Werbelinks geworden?
- Interne Verlinkung getrennt betrachten: Dort zählt Struktur – nicht Nofollow.
Kleines Fallbeispiel: Blog mit Sponsoring und Community
Ein Magazin veröffentlicht wöchentlich redaktionelle Artikel, zusätzlich gibt es gesponserte Beiträge und eine aktive Kommentarspalte. In der Praxis entstehen drei Link-Typen:
- Redaktionelle Quellenlinks im Fließtext: normale Links ohne Kennzeichnung, weil es echte Empfehlungen sind.
- Affiliate-Links in Produktempfehlungen: rel=“sponsored“, damit die kommerzielle Beziehung transparent bleibt.
- Links in Kommentaren: rel=“ugc“, weil die Redaktion sie nicht vollständig kontrolliert und Spamrisiko besteht.
Ergebnis: Das Magazin bleibt konsistent, reduziert Risiko und muss später nicht hektisch Links „aufräumen“, wenn das Linkprofil gewachsen ist.
Wie Nofollow in eine saubere SEO-Strategie passt
Nofollow ist kein Hebel, um Rankings „hochzudrehen“. Es ist ein Hygiene- und Klarheitswerkzeug. Wer es richtig einsetzt, schützt die eigene Website vor unnötigen Problemen und stärkt gleichzeitig die Glaubwürdigkeit: Links werden gesetzt, weil sie Nutzern helfen – und kommerzielle Beziehungen werden sauber gekennzeichnet.
Wer Links strategisch nutzen will, sollte Nofollow außerdem nicht isoliert betrachten, sondern mit Content-Qualität, interner Verlinkung und einer klaren Seitenstruktur verbinden. Eine hilfreiche Grundlage: Onpage-SEO-Hebel im Überblick.
Fragen, die bei jeder Verlinkung kurz helfen
- Würde dieser Link auch gesetzt, wenn es kein Geld/keinen Deal gäbe?
- Kann die Website hinter dem Link guten Gewissens empfohlen werden?
- Ist der Link für Nutzer wirklich hilfreich oder nur „Pflichtprogramm“?
- Wer kontrolliert den Link langfristig (Redaktion oder Nutzer)?

