Der Kryptomarkt zeigte in kurzer Zeit gleich mehrere, teils gegensätzliche Bewegungen: Auf der einen Seite ein Bitcoin-Anstieg auf ein Zweimonatshoch oberhalb von 97.000 US-Dollar und starke ETF-Zuflüsse, auf der anderen Seite deutliche Verluste bei Memecoins. Gleichzeitig rückten strukturelle Themen in den Vordergrund – von 24/7-Settlement-Infrastruktur bis zu Streitpunkten bei US-Gesetzesplänen und neuen Vorfällen rund um Smart-Contract-Missbrauch.
Bitcoin: Hoch über 97.000 US-Dollar und „Greed“-Signal
Bitcoin kletterte auf ein Zweimonatshoch über 97.000 US-Dollar; in einem Marktupdate wurde ein Hoch bei etwa 97.360 US-Dollar genannt. Mit dem Anstieg wechselte der Crypto Fear & Greed Index erstmals seit einem als „19B Oktober-Liquidationsereignis“ beschriebenen Ereignis wieder in den Bereich „Greed“.
Parallel dazu wurden zwei gegenläufige On-Chain-Signale hervorgehoben: Hinweise auf abnehmende Bestände von Privatanlegern (Retail-Halter), während zugleich geringere Bestände auf Börsen als Zeichen für reduzierten unmittelbaren Verkaufsdruck eingeordnet wurden. In einem separaten Beitrag wurde zusätzlich ein Rücksetzer thematisiert: Der Bereich um 97.000 US-Dollar konnte demnach nicht verteidigt werden; als begleitende Faktoren wurden eine stagnierende Funding-Rate (Finanzierungssatz bei Perpetual-Futures) und geringe Retail-Beteiligung genannt. Als nächster relevanter Bereich wurde 94.000 US-Dollar als Zone beschrieben, die gehalten werden müsse; als Anlass für kurzfristigen Abwärtsdruck wurde die Entspannung geopolitischer Spannungen im Nahen Osten genannt.
Short Squeeze und ETF-Zuflüsse als Markttreiber
Für den breiten Markt wurde außerdem ein starker Short Squeeze beschrieben, der als größter seit Oktober eingeordnet wurde und durch das Schließen bärischer Positionen ausgelöst worden sei. In diesem Kontext wurden hohe Zuflüsse in börsengehandelte Produkte genannt: Für Bitcoin-ETFs wurde ein Tageswert von +754 Millionen US-Dollar erwähnt, für Ethereum-ETFs +130 Millionen US-Dollar. Diese Zuflüsse wurden als wichtiger Impuls für eine breite Kurserholung dargestellt.
Whales, Mining und Grenzen der On-Chain-Zuordnung
Bei den größten Bitcoin-Wallets wurde eine Erholung der Bestände gemeldet: On-Chain-Daten wiesen auf ein Plus von 21% hin, nachdem ein besonders schneller Abverkauf seit 2023 geendet habe. Das wurde als Reakkumulation beschrieben und mit erneut starken Zuflüssen in Spot-Bitcoin-ETFs verknüpft.
Im Mining-Sektor sorgten zwei Solo-Miner für Aufmerksamkeit: Beide fanden jeweils einen Block und erzielten Einnahmen von knapp 300.000 US-Dollar pro Miner. Separat wurde berichtet, dass Nordamerika bei seinem Anteil am Mining neu erzeugter Bitcoin an Dominanz verliere – trotz politischer Ambitionen, eine stärkere Position einzunehmen. Ergänzend wies NiceHash Spekulationen über „ungetaggte“ Bitcoin-Blöcke zurück: Unmarkierte Blöcke, die als Indiz für Solo-Mining interpretiert worden seien, seien im Rahmen interner Tests entstanden. Der Vorgang wurde als Beispiel dafür beschrieben, dass die Zuordnung von On-Chain-Daten Grenzen hat.
Altcoins: Ethereum stabil, XRP schwächer, Decred mit Kurssprung
Ethereum blieb laut Marktbericht trotz leichter Gesamtbewegungen oberhalb von 3.300 US-Dollar; als mögliches Kursziel wurde 3.500 US-Dollar genannt. In einem weiteren Abschnitt wurde zudem berichtet, dass ETH bis in den Bereich von rund 3.400 US-Dollar gestiegen sei. Dazu kam die Meldung eines neuen Allzeithochs beim ETH-Staking; außerdem wurde eine deutlich zunehmende institutionelle Nachfrage erwähnt. Unabhängig davon berichtete Glassnode von stark steigender Aktivität im Ethereum-Netzwerk: Genannt wurden eine nahezu verdoppelte Retention auf rund 8 Millionen Adressen innerhalb eines Monats sowie ein Rekordwert von 2,8 Millionen täglichen Transaktionen, begleitet von stark wachsender Stablecoin-Nutzung.
XRP gab innerhalb von 24 Stunden um etwa 3% nach und verlor den Rang vor BNB bei der Marktkapitalisierung. Als charttechnisches Problem wurde beschrieben, dass der Bereich um 2,2 US-Dollar schwer zu überwinden sei – obwohl die ETF-Nachfrage beziehungsweise ETF-Zuflüsse zunehmen.
Deutlich aus der Reihe fiel Decred: Decred (DCR) legte innerhalb von 24 Stunden um mehr als 40% zu und erreichte Kurse bis 29 US-Dollar. Als Auslöser wurde die Annahme eines Vorschlags genannt, der Ausgaben aus der Treasury (Projektkasse) begrenzen soll. Der Kurssprung wurde in einen breiteren Anstieg bei Privacy-Coins (auf Anonymität ausgerichtete Coins) eingeordnet. In einem weiteren Nachrichtenblock wurde ebenfalls auf Stärke bei Privacy-Coins verwiesen.
Memecoins: deutliche Rückgänge bei Pepe, Dogecoin, Shiba Inu und Fartcoin
Bei Memecoins überwog dagegen der Druck: Pepe fiel innerhalb von 24 Stunden auf etwa 0,0000058 US-Dollar und lag rund 9% im Minus. Auch Dogecoin und Shiba Inu gaben nach. Fartcoin verlor im selben Zeitraum etwa 13%. Die Abgaben wurden in denselben Marktbeiträgen erwähnt, in denen gleichzeitig relative Stärke im Bereich der Privacy-Coins thematisiert wurde.
BNB-Ökosystem: Token-Burn, Kursniveau und Stablecoin-Integration
BNB Chain meldete den Abschluss des 34. quartalsweisen Token-Burns: 1,37 Millionen BNB wurden vernichtet, wodurch der Gesamtbestand auf 136,36 Millionen sank. Im selben Zusammenhang wurde erwähnt, dass der BNB-Kurs über 900 US-Dollar lag.
Zusätzlich wurde ein Anwendungsfall rund um den Stablecoin USD1 von World Liberty Financial genannt: USD1 ist auf dem Prognosemarkt Myriad nutzbar; die Integration erfolgte über die BNB Chain.
Marktinfrastruktur: LSEG kündigt 24/7-Settlement mit tokenisierten Einlagen an
Die London Stock Exchange Group kündigte mit dem Digital Settlement House (DiSH) eine Plattform an, die Post-Trade-Settlement rund um die Uhr ermöglichen soll. Als technischer Baustein wurden tokenisierte Geschäftsbankeinlagen genannt. Im Kontext der London Stock Exchange wurde außerdem erwähnt, dass die LSE mehrere Krypto-ETPs gelistet hat, darunter ein Bitcoin- und ein Gold-ETP von 21Shares.
Regulierung und Politik: US-Marktstrukturgesetz stockt, SEC unter Druck
Bei den US-Gesetzesplänen zur Krypto-Marktstruktur kam es zu Verzögerungen: Coinbase erklärte, den aktuellen Entwurf nicht unterstützen zu können. Infolge dessen wurde ein geplantes Markup im Senat verschoben. Mehrere Passagen beschrieben zwar Versuche der Branche, den Prozess zu retten, gleichzeitig wurden die Chancen auf eine zeitnahe Verabschiedung als gesunken dargestellt.
Separat baut sich politischer Druck auf die SEC im Umfeld eines laufenden Verfahrens rund um Justin Sun auf: US-Abgeordnete forderten Maßnahmen der Behörde. In einem weiteren Beitrag warfen Demokraten der SEC selektive Durchsetzung vor und thematisierten zugleich behauptete Verbindungen Suns zu China. Zudem wurde betont, dass ein offener Verfahrensstand das Vertrauen von Investoren beeinträchtigen könne.
Auch Stablecoins sind Teil der regulatorischen Debatte: In den Gesetzesplänen wurden Regeln zur Vergütung (Erträgen) bei Stablecoins als strittig beschrieben; im Entwurf sollen Erträge teils begrenzt werden. Ergänzend warnte der CEO der Bank of America, dass verzinsliche Stablecoins laut Studien bis zu 6 Billionen US-Dollar aus Bankeinlagen abziehen könnten.
Derivate und ETFs: CME erweitert Futures, neue Produkte für LINK und Solana
Die CME Group plant zusätzliche Futures-Kontrakte auf Cardano (ADA), Chainlink (LINK) und Stellar (XLM). Als Starttermin wurde Februar genannt, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung. Damit würde die CME ihr Angebot über bestehende Kontrakte auf Bitcoin, Ether, XRP und Solana hinaus ausweiten.
Im ETF-Segment wurden mehrere Bewegungen genannt: US-Spot-ETFs auf Solana verzeichneten Nettozuflüsse von 23,6 Millionen US-Dollar, den höchsten Wert seit vier Wochen; zugleich wurde betont, dass dies noch keinen klaren Trendwechsel belege. Zudem brachte Bitwise einen Chainlink-ETF an der NYSE an den Start; dieser wurde als zweiter Spot-LINK-Fonds in den USA eingeordnet, nach einem zuvor erwähnten Produkt von Grayscale.
Tokenisierung und Zahlungsschienen: SWIFT-Test und Onchain-Lending auf Avalanche
SWIFT erprobt Zahlungen für tokenisierte Anleihen unter Nutzung eines Euro-Stablecoins von Societe Generale-Forge. Genannt wurde, dass EUR CoinVertible MiCA-konform sei und sich nativ mit SWIFT-Interoperabilität verbinden lasse.
Im Kredit- und Tokenisierungsbereich meldete Galaxy Digital den Abschluss eines ersten blockchainbasierten Darlehensgeschäfts über 75 Millionen US-Dollar auf Avalanche. Beschrieben wurde ein tokenisierter CLO, der Infrastruktur für Private Credit sowie krypto-besicherte Kredite onchain nutzbar machen soll.
Sicherheit und Betrieb: Ransomware-Tarnung über Polygon, Sui mit Ausfall
Sicherheitsforscher berichteten über die Ransomware „DeadLock“, die ausgenutzte Smart Contracts auf Polygon verwendet haben soll. Genannt wurde ein Vorgehen, bei dem Proxy-Adressen rotieren, um Erkennung und Abschaltungen zu erschweren; das Muster wurde mit ähnlichen Techniken aus Ethereum-nahen Angriffen in Verbindung gebracht.
Auf Protokollebene meldete die Sui-Blockchain einen Zwischenfall: Das Netzwerk war laut Bericht knapp sechs Stunden beeinträchtigt und wurde danach wieder in Betrieb genommen. Es wurde von einem „Network Stall“ gesprochen; außerdem hieß es, es sei der zweite größere Vorfall seit dem Start 2023 beziehungsweise seit November 2024.
Unternehmen und Ökosystem-News: MetaMask, Uniswap, X und Nexo
MetaMask hat Unterstützung für Tron hinzugefügt. Die Meldung wurde in den Kontext einer Ausweitung über Ethereum hinaus gestellt und verwies auf zuvor erfolgte Erweiterungen in Richtung Bitcoin und Solana.
Uniswap ist auf dem Layer-2-Netzwerk X Layer von OKX verfügbar. Die Integration wurde als Teil einer zweiten Rollout-Phase beschrieben und soll Uniswap-Märkte direkt auf das L2 bringen.
Bei Social-Plattformen gab es Gegenwind für bestimmte Krypto-Formate: X kündigte Maßnahmen an, die den Zugriff sogenannter „InfoFi“-Projekte einschränken sollen, unter anderem über Änderungen am API-Zugriff. Als Begründung wurde eine Reaktion auf „AI slop“ und Reply-Spam genannt. In einem weiteren Beitrag wurde berichtet, dass Kaito sein krypto-gestütztes „Yaps“-Programm auslaufen lässt; Kaito.ai- sowie Cookie-DAO-Token fielen demnach um über 15%.
In Kalifornien wurde Nexo mit einer Strafe von 500.000 US-Dollar belegt. Die Aufsichtsbehörden begründeten dies mit mehreren tausend Krediten an Personen im Bundesstaat ohne gültige Lizenz sowie dem Vorwurf, die Rückzahlungsfähigkeit nicht ausreichend geprüft zu haben; zusätzlich wurde auf „riskante Kredite“ verwiesen.
Weitere Signale: Zcash ohne SEC-Maßnahme, Ripple-Lizenz, Iran-Volumen, Prediction-Märkte
Die Zcash Foundation teilte mit, dass die SEC eine Untersuchung beendet habe, ohne Durchsetzungsmaßnahme. In einem weiteren Nachrichtenblock wurde dies ebenfalls als Abschluss einer SEC-Prüfung ohne Sanktionen beschrieben.
Ripple erhielt eine Lizenz in Luxemburg. Die Meldung wurde als weiterer Schritt einer europäischen Expansion eingeordnet und als zusätzliche wichtige Genehmigung innerhalb kurzer Zeit beschrieben.
Chainalysis berichtete für den Iran von einem Krypto-Volumen von 7,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Als Treiber wurden Massenproteste, eine restriktivere wirtschaftliche Lage sowie der Einsatz von Bitcoin als Liquiditätsinstrument genannt; außerdem wurde Aktivität sowohl von Zivilisten als auch staatlichen Akteuren erwähnt.
Bei Prediction-Märkten eskalierte der Druck durch Regulierer: Die NCAA forderte von der CFTC ein Eingreifen bei Märkten auf College-Sport, inklusive möglicher Pause beziehungsweise strengerer Regeln, und nannte unter anderem Alters- und Werbebeschränkungen sowie Maßnahmen gegen Belästigung. Regulierungsbehörden in Tennessee forderten Polymarket, Kalshi und Crypto.com auf, Sport-Prediction-Märkte zu stoppen und Nutzer zu erstatten; dies wurde als Teil eines eskalierenden Mehrstaaten-Konflikts beschrieben.
Werte-Element: Kennzahlen im Überblick
| Thema | Kennzahl | Einordnung im Bericht |
|---|---|---|
| Bitcoin | Hoch über 97.000 US-Dollar (genannt: ca. 97.360) | Zweimonatshoch, Sentiment dreht zu „Greed“ |
| ETF-Zuflüsse | +754 Mio. US-Dollar (Bitcoin), +130 Mio. US-Dollar (Ethereum) an einem Tag | Als Treiber für breite Kurserholung genannt |
| BNB Chain | 34. quartalsweiser Burn: 1,37 Mio. BNB; Supply: 136,36 Mio. | Deflationärer Supply-Schritt, Kurs im Kontext > 900 US-Dollar erwähnt |
| Decred | > 40% in 24h; bis 29 US-Dollar | Nach Treasury-Ausgabenbegrenzungsvorschlag |
| Ethereum-Netzwerk | 2,8 Mio. tägliche Transaktionen; Retention ~8 Mio. Adressen | Glassnode: Aktivität und Nutzerzahlen steigen deutlich |
| Chainalysis Iran | 7,8 Mrd. US-Dollar Kryptoaktivität (2025) | Proteste, restriktive Lage, Bitcoin als Liquiditätsinstrument |
Praxis-Hinweis für Leser: Technik- und Prozessrisiken erkennen
Mehrere Meldungen zeigen, dass Krypto-Themen nicht nur Kursfragen sind, sondern auch Betriebs- und Prozessrisiken betreffen: Ein Netzwerkausfall wie bei Sui kann die Verfügbarkeit beeinträchtigen, während Missbrauchsmuster wie bei DeadLock verdeutlichen, wie Angreifer Infrastrukturen über Smart-Contract-Konstruktionen verschleiern. Wer technische Abläufe in Projekten oder Unternehmen dokumentiert, kann von klaren, überprüfbaren Prozessketten profitieren – etwa beim Umgang mit Rücksetzungen und Änderungen in Systemen. Passend dazu: Git reset vs revert: Commits korrekt rückgängig machen und Webhooks sicher verifizieren: Signaturen, Timestamps, Replays.
Branchenton: Infrastruktur besser, Preise nicht im gleichen Takt
Ein Bericht zitierte Binance mit der Einschätzung, dass sich Marktinfrastruktur und politische Rahmenbedingungen verbessert hätten. Genannt wurden unter anderem mehr regulierte Produkte wie ETFs sowie stärkere Krypto-Bilanzierung in Unternehmen, während die Preisentwicklung laut Aussage nicht im gleichen Maß Schritt gehalten habe.
Betrugslage: Chainalysis meldet Rekord bei Scam-Verlusten
Chainalysis berichtete außerdem, dass Scam-Verluste im Jahr 2025 auf einen Rekordwert von 17 Milliarden US-Dollar gestiegen seien. Als zentrale Treiber wurden KI-gestützte Täuschungen und Identitätsmissbrauch genannt, wodurch Betrug effizienter und schwerer zu stoppen werde. Ergänzend zum Technikfokus: HTTP Security Headers: Website-Schutz kann als Einstieg in grundlegende Sicherheitsmechanismen dienen, wenn Projekte Web-Interfaces oder APIs betreiben.

